Ungarn - Balaton
Mittag beginnt die Fahrt von Zeitz nach Leipzig. Die sonst gewohnte und bekannte Strecke ist nun mit dem angefüllt, was da nun danach noch kommen möge. In Leipzig ist Turn- und Sportfest und somit allgemeines Gedränge in der Stadt.
Am späten Nachmittag beginnt unsere Fahrt Richtung Fonyod (Ungarn) über Dresden, Prag, Zastava unter großer Hitze.
In Bad Schandau erlebe ich meine erste Zollkontrolle. Die Wartezeit des Zuges ist hier unhaltbar lang und ebenso in Decin, auf der tschechischen Seite.
Als der Zug über die Grenze fuhr, ist nichts passiert, der Anblick des "Anderen" ist nicht überraschend, nicht so anders, wie es hätte sein müssen, oder kommt das erst später?
Erst eine Stunde vor Mitternacht erreichen wir Prag mit viel Verspätung. Es ist bereits dunkel und erneut werden unsere Fahrscheine kontrolliert. Meine beiden Kumpels versuchen zu schlafen. Nach Mitternacht ist es im Zug ruhig geworden.
In Zastava wird gegen 6 Uhr morgens die Lok umgespannt und wir nutzen die Zeit zum Frühstücken. Im Gegensatz zu meinen Kumpels habe ich kein Auge zugemacht, denn ich bin das erste mal außerhalb meines Geburtslandes.
Am späten Vormittag erfolgt eine weiter Zollkontrolle und rechts sowie links von unserem Gleis sehen wir nur Felder. Erst kurz nach Mittag kommen wir in Balatonszemes an. Bei glühender Hitze laufen wir mit dem Gepäck des Zeltes und unseres Hab und Guts etwa vier Stunden, um den Zeltplatz Wadvirag zu suchen. Alle werden nervös und gereizt. Als wir am späten Nachmittag schließlich ankommen, sagt man uns, dass wir bis Abend warten sollen, denn der Zeltplatz wäre überfüllt.
Ein Erbarmen sichert uns einen steinigen Zeltplatz gleich am Eingang in der Nähe einer Disko, wo jeden Abend bis Mitternacht Musik spielt.
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Nach dem Zeltaufbau, was wir bereits zuhause geübt haben und was folglich auch relativ gut klappt, gehen wir zum ersten Mal an den Balaton baden. |
Nach einem langen und erholsamen Schlaf lassen wir uns ein köstliches Frühstück mit Brötchen, Leberwurst und Schmalzfleisch aus Konserven schmecken. Danach mieten wir uns ein Kühlschrankfach und gehen wieder an den Balaton baden. Der Balaton ist ungefähr 50 Meter entfernt und ganz flach. Man kann kilometerweit hineinlaufen und steht immer noch mit dem Wasser bis zum Bauch. Zum Mittagessen gibt es eine Sternchensuppe, die wir aus einem Beutel auf unserem mitgebrachten Kocher bereiten. Auch nach dem Mittagessen gehen wir wieder sonnen- und wasserbaden.
Am späten Nachmittag gehen wir dann in das Reisebüro auf dem Zeltplatz und tauschen etwas Geld um. Zum Abendbrot gibt es Brötchen mit Salami. Danach entschließen wir uns zu einem Abendspaziergang. Unsere ungarischen Zeltnachbarn machen sich mit einer Flasche Alkohol bei uns bekannt und wir quasseln noch bis spät in die Nacht zusammen.
Am nächsten Morgen gibt es frisches
Maisbrot und Bierwurst. Wir kaufen uns Tonicwasser. Zu Mittag gibt es
(natürlich wieder selbstgekocht) Kartoffelsuppe mit Würstchen. Zum Baden gehen
wir an den nahegelegen Strand. Ein kleiner Spaziergang zum Bahnhof eröffnet uns
die Fahrzeiten nach Budapest. An diesem Abend gibt es einen leichten Regen und
am folgenden Morgen ein kleines Gewitter. Wir kaufen uns Melone und andere
Früchte und gehen wieder baden. Bei einem Abendspaziergang entdecken wir, dass
es einen Bahnhof ganz in der Nähe unseres Zeltplatzes gibt, d.h. wir hätten am
ersten Tag gar nicht so weit laufen müssen, sondern sind eine Station zu früh
ausgestiegen.
| Am folgenden Tag fahren wir gleich nach dem Frühstück von Balatonlelle nach Zamardi. Von Zamardi fahren wir mit der Fähre nach Thihany, essen dort Hamburger, kaufen ein paar Ansichtskarten und fahren wieder zurück. Nach dem Abendessen nehmen wir ein Abendbad im Balaton und bestaunen den herrlichen Sonnenuntergang. | ![]() |
Am Sonntag, dem darauffolgenden Tag gehen wir einkaufen in den nahegelegenen Supermarkt. Wir bereiten uns ein reichhaltiges Frühstück und gehen wieder baden.
Neben der Disco gibt es einen
Waffelstand, der immer frische Waffeln mit verschiedenen Belägen anbietet.
Frische Waffeln mit Schlagsahne oder Marmelade haben es mir angetan. Der
Eintritt für die Disco dagegen ist uns zu teuer.
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Früh, noch bevor die Sonne aufgeht, fahren wir mit dem Zug nach Budapest. In Budapest kann ich vor allem billig meine Puzzlesammlung vervollständigen, damit meine ich logische Puzzle, denn ich kaufe mir eine Zauberschlange und die ungarischen Ringe. Es ist sehr schön an der Donau, aber blau ist sie nicht. Wir bummeln durch die Straßen, sehen uns das Parlament an und fahren mit der U Bahn. Am späten Abend fahren wir um viele Eindrücke bereichert zum Balaton zurück. |
Am nächsten Tag ist es leicht windig und wir schlafen gleich bis Mittag. Danach räumen wir endlich mal unser Zelt auf, denn dieses hat jenes mehr als nötig. Beim Baden ist es diesmal auch nicht sonderlich warm, aber es wird dennoch sehr schön. Nach einem Spaziergang gibt des dann endlich wieder eine Schlagsahnewaffel und etwas Palatshinka (ungarische Pfannkuchen, die sehr dünn sind und hervorragend schmecken). Im Dunkeln sehen wir auf der anderen Seite des Balatons ein herrliches Gewitter. Das darauffolgende Gewitter auf unserem Zeltplatz ist dann weniger herrlich, denn es blitzt und donnert wie doll und regnet in Strömen.
Am nächsten Morgen können wir erleichtert feststellen, dass es nur ganz wenig ins Zelt geregnet hat. Wir gehen uns waschen (wie jeden Tag, nicht das erste Mal!) und danach einkaufen. Eine spezielle Limonade, die sich Traubisoda nennt, hat ebenfalls völlig meine Geschmacksrichtung getroffen. Meine beiden Kumpel fahren nach Zamardi, um ihr Geld loszuwerden, ich dagegen trockne meine Luftmatratze und wasche mir die Haare. Danach versuche ich mich an meinem neuerstandenen Würfel, Rubics Magic Cube .
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letzte Änderung am: Sonntag, 13. Februar 2000