Bali (Indonesien)

Zwei ein halb Stunden fliegt man von Singapur bis auf die kleine Insel Bali. Der Flughafen Balis ist in Denpasar, der Hauptstadt im Süden der Insel. Ein Flug dieser Dauer ist für mich immer angenehm, besonders wenn die Neugier auf ein fremdes Land die Zeit mit phantasievollem Inhalt füllt.

Da ich mir in Singapur nur wenig geleistet habe, da dort ein Essen im Restaurant etwa so viel kostet, wie in Deutschland, freue ich mich mit hungrigen Magen auf ein umfangreiches Mahl zu Preisen die für einen Deutschen einfach traumhaft niedrig sind. Ich suche mir ein Restaurant, welches etwas leer ist, manche sind dagegen etwas sehr voll. Meine Wahl ist ein Restaurant, in welchem außer mir keiner sitzt. Es ist etwas dunkel mit offener Terrasse, schließlich ist es hier ein warmes Klima. Ich bestelle mir ein Steak mit Salat und einer Limonade für etwa drei Mark und muss etwas warten. Die Bedienung bringt wenig später mein Essen, was etwas eigenartig schmeckt. Als die zahnlose Köchin mit ihrer schmutzigen Kittelschürze wenig später auftaucht, verspüre ich keinerlei Appetit mehr und zahle.

Die nächsten Abende esse ich dafür erstklassige Mahlzeiten in einem schönen offenem Restaurant mit holländischer Führung und wechsle nur selten, obwohl ich gern mal etwas neues ausprobiere. Es kostet mich nie mehr als fünf Mark komplett mit Sprite, oft Salat, Reis und Satay sowie Chips, welche ich zu lieben beginne. Wenn ich in Holland bei meinen Kindern bin, dann essen wir oft bei einem Indonesen, Chinesen und mein Sohn isst das Krubuk sehr gern, welches so schmeckt wie die Chips in meinem balinesischem Restaurant.

Das Hotel Sindhu Beatch liegt direkt am Strand und wird in der Kategorie "einfach" geführt. Es hat natürlich nicht den Komfort des Hotels in Singapur, aber es ist schön, klein, ruhig und sauber mit Swimmingpool im Garten, Dusche, Bad, Klimaanlage und Fernseher im Zimmer sowie einer kleinen Terrasse. 
Steinfiguren zieren das ganze Hotelgelände und schützen die Bewohner vor bösen Dämonen.

Die Balinesen üben ihre eigene Religion, die des Animismus aus. Sonst auf den indonesischen Inseln ist vorrangig der Islam vertreten. Die Balinesen glauben an die Beseeltheit der Natur und bieten ihren Göttern Opfer in Form von Reis und schönen Blumen in einer Schale an oder legen Blumen ins Meer. Die Balinesen betreiben ihre Religion mit einem Lächeln auf dem Gesicht und es ist eine Freude, ihnen dabei zuzusehen.

Obwohl die Insel sehr klein ist, haben die meisten Balinesen sie noch nie verlassen. Die Insel Bali grenzt an die Insel Lombok, auf welcher bereits die australische Fauna beginnt. Leider gibt es auf Lombok auch Malariafälle. In Balis Touristen-Centren gibt es auch Supermärkte westlichen Standards, welche aber wahrscheinlich den meisten Balinesen zu teuer sein werden.

Im Norden der Insel gibt es Berge und Vulkane, der Weg dorthin führt durch Dschungelstraßen und Reisterrassen. Eine Elefantenhöhle, die wahrscheinlich früher buddhistischen, dann hinduistischen Mönchen diente, ist ein lohnendes Ausflugsziel. 

Ich schaue mir auch eine Vorstellung des traditionellen Barong-Tanzes an und besuche Kunstwerkstätten der Malerei, Goldschmiede und Holzschnitzer, diesmal alles allein, ohne Reisegruppe.

Bali ist eine wundervolle Insel, ein einzigartiges Reiseziel und ein unvergessenes Erlebnis!

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letzte Änderung am: Sonntag, 13. Februar 2000